Ursprünglich gehörten die Fanfarenzüge zu der Cameradschaft der Feldtrompeter und Heerpauker, welche ein halbes Jahrtausend bestand. Die angehörigen dieser geachteten Zunft, die schon von dem deutschen Kaiser Sigismund privilegiert wurden waren an Fürstenhöfen und freien Reichsstätten angestellt und ritten ihrem Machthaber oder Ritter die Fanfare blasend voraus. Sie spielten zu Turnieren und Waffenspielen und leisteten Turmwächterdienste. Mit dem Zerfall des ersten deutschen Kaiserreichs, des Heiligen Römischen Reiches Teutscher Nation, 1805 wurde die Cameradschaft der Feldtrompeter und Heerpauker schutzlos und erlosch.


Bei "traditionellen" Fanfarenzügen hat sich die Landsknechtstrommel als am weitesten verbreitetes Schlaginstrument durchgesetzt. Viele Züge erweitern deren Besetzung mit Bassfanfaren, die eine Oktave tiefer gestimmt sind.


Die heutigen Naturton - Fanfarenzüge spielen ein Repertoire, welches sowohl aus traditionellen Märschen und Aufzügen als auch aus konzertanter Musik besteht. Standen noch vor einigen Jahren die Marschmusik im Vordergrund, so wurde in jüngster Vergangenheit immer mehr Wert auf Kompositionen fürs Bühnenspiel gelegt. Dabei greifen die heutigen Fanfarenzüge sowohl auf Kompositionen alter Meister wie auch auf Werke von Komponisten aus der heutigen Zeit zurück.

In Deutschland sind Fanfarenzüge großteils durch Landesverbände organisiert. Darüberhinaus gibt es in Deutschland 2 grosse Interessenverbände, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die Tradition der Fanfarenzüge zu pflegen und weiter zu verbreiten. Für den Süddeutschen Bereich gibt es den "Verband Südwestdeutscher Fanfarenzüge e.V.", dem momentan ca. 40 reine Naturtonfanfarenzüge angehören. Zum zweiten hat sich die "Interessengemeinschaft reiner Fanfarenzüge NRW" gebildet. Dieser Interessensgemeinschaft gehören zur Zeit ca. 20 Naturtonfanfarenzüge an.

 

Wir sind im "Ring oberschwäbischer Fanfarenzüge" aktiv. Er umfasst momentan 12 Naturton Fanfarenzüge.

In Österreich gibt es unseres Wissens nach nur 4 "reine" Fanfarenzüge